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24 h Rennen - Rennbericht von Frank Hess

24H-Rennen Nürburgring – Der Rennbericht …wir waren eine starke Truppe !

Die letzten Wochen und Monate war es recht ruhig. Die Ruhe vor dem Sturm…
In unserer Halle wurde Tag und Nacht geschraubt um unsere RCN Gölfe und vor allem unseren neuen Golf „Lightning“ für das 24H Rennen inkl. umfangreichem Ersatzteilpaket vorzubereiten. Der Golf, ein ehemaliges VW Motorsport Gr. A Fahrzeug, wurde bis auf die Rohkarosse zerlegt und nach unseren Vorstellungen für den 24H Einsatz in der grünen Hölle aufgebaut. 2L 16V Saugermotor, frei programmierbare KMS MD 35 Einspritzanlage mit Datalogging, Hebeanlage, AP Racing Bremsanlage, Motec Nitro 9x17 Felgen, härteverstellbares H&R Gewindefahrwerk, elektrohydraulische Servolenkung und diverse feine VWM Teile. Es wurden zig tausende km verfahren um Teile zu besorgen, die Autos zur Motorabstimmung zu bringen, stundenlange Telefonate zur Planung des Einsatzes und Abstimmung der beiden Mannschaften aus Berlin und aus der Eifel. Diverse Zuliefererschwierigkeiten, auch von namhaften Firmen sowie ein Motorschaden bei der Testfahrt auf der Nordschleife hat uns die Sache nicht gerade vereinfacht.

Wir hatten einen schweren Weg … aber wir haben es doch geschafft !!!

Dienstag reisten wir mit unserem 24H Golf „Lightning“, einem LKW voller Ersatzteile und Verpflegung zum Ring. 3 Grad kalt, Regen und der Team LKW stundenlang in der Warteschlage zur Einfahrt in die Boxengasse. Es konnte eigentlich nur noch besser werden….
Dokumenten- und Technische Abnahme waren zügig und problemlos erledigt. Während unsere 4 Fahrer aus Berlin den Nordschleifenlehrgang absolvierten, bauten wir unser Zelt auf und räumten die Box ein. Diese war zur unsrer Freude top beheizt! Sollten wir uns hier nicht mal öfters zum Schrauben treffen???

Mittwoch standen dann die Vorbereitungen für unseren 2. RCN Lauf im Rahmenprogramm des 24H Rennens auf dem Plan.
Alle 3 RCN Gölfe (Start Nr. 76, 176, 276) zum Ring bringen und technische Abnahme absolvieren. Für Donnerstag wurde trockenes Wetter gemeldet… also alle auf Slicks stellen. Gegen 20 Uhr waren wir durch und schauten noch mal in der 24H Box nach dem Rechten.
Die Leute von Hard Speed waren nun auch alle vollständig eingetroffen. Endlich konnten wir auch mal Ollis neu beklebten Rennbus bewundern, ein echt cooles Teil!!
Heute Abend sollte es nicht zu spät werden, schließlich wir müssen morgen alle früh raus. 7:20 Uhr Fahrerbesprechung, 8 Uhr Start.

Donnerstag morgen dann die Überraschung, oder war es doch keine ? …3 Grad, Nebel und schon wieder Regen…war es nicht trocken gemeldet? Na ja, das ist Nürburgring live….jetzt musste alles recht schnell gehen. Herberts Service Omega mit 12 Regenreifen beladen und in die Startaufstellung an der Touristenzufahrt zum Räderwechsel. Spätestens jetzt waren alle wach.
Das Rennen war von sehr vielen Unfällen und Ausfällen geprägt. Volker hatte mit unsrem Golf (76) leider in der 3. Runde auch einen Unfall mit Ausritt ins Kiesbett, der eine Weiterfahrt unmöglich machte. Dafür fuhren die beiden anderen Gölfe planmäßig, schnell und zuverlässig ins Ziel. Robert Schröder und Maik Kraske fuhren in der mit 40 Startern stärksten Klasse auf unserem schwarzen Golf, eigentlich das T-Car, auf einen sehr beachtlichen 10. Platz. Dafür gab es einen schönen Pokal und ein paar Punkte für die Wertung. Dr. Peter Lührs und Dominik Liedtke fuhren auf Grund einer anderen Reifenwahl etwas langsamere Rundenzeiten, beendeten jedoch den schwer zu fahrenden Lauf ohne einen Kratzer am Auto zu hinterlassen auf einen guten 22. Platz.

Von nun an drehte sich alles ums 24H Rennen. Um 13 Uhr war Start zum freien Training. Alle waren gespannt, wie es laufen wird. Die Jungs von Hard Speed, die zusätzlich auch noch mit ihrem Dacia Logan bei den Renault Days starteten, hatten volles Programm.
Auf Grund wieder einsetzendem Regen montierten wir die Dunlop Regenreifen, veränderten das Fahrwerk-Setup etwas. Der Golf lief und lief ….

Abends im 1. Zeittraining ab 19:30 Uhr das gleiche Spiel. Robert, Maik, Dodo und Peter fuhren im Regen schnell und problemlos ihre Runden. Um 22:15 Uhr wurde das Training von der Rennleitung auf Grund einsetzenden Nebel abgebrochen. Für uns kein Problem, wir hatten alle gezeitete Pflichtrunden absolviert und waren somit zum Rennen qualifiziert. Die Jungs hatten sich bei schlechten Wetterverhältnissen gut mit dem Golf vertraut gemacht. Bis auf leichte Schaltprobleme im 3. Gang keine besonderen Vorkommnisse. So einfach konnte das doch nicht sein….

Freitag Mittag stand das 2. und letzte Zeittraining an. Endlich Slick Wetter, abtrocknende Fahrbahn. Unser Plan: Ein par Funktionstest, die neuen Bremsscheiben und Beläge fürs Rennen anfahren, Abstimmung auf Slicks und dann ein paar schnelle Runden für einen guten Startplatz. Kurz vor Ende dann die erste Überraschung. Einer der neuen HA-Dämpfer verlor Öl. Es war so viel, dass Radhaus und Unterboden voll waren. Robert ließ es sich jedoch nicht nehmen und stieg trotzdem noch mal ins Cockpit. Hinten rechts, das am wenigsten belastete Rad auf der Nordschleife, seine Aussage „wir versuchen es noch mal“. Gesagt, getan …eine schnelle Runde mit Erfahrung und darauf bedacht, den Golf fürs eigentliche Rennen nicht vorzeitig zu verformen…und Bestzeit. Nach dieser Runde wurde der Wagen auch unfahrbar. Position 158 von 216 bei diesem hochkarätigen Starterfeld war schon eine Überraschung. Wir starten in der 2. von 3 Startgruppen.
Jetzt galt es, das Auto durchzusehen und alle Defekte zu beheben. Nach einem Telefonat mit der Firma H&R sollten wir den Dämpfer im Servicebus der Firma Bilstein reparieren lassen. Dies erfolgte schnell und auf Kulanz. Danke dafür! Hier wird Service noch GROSS geschrieben, auch für Privatteams.
Die Schaltbarkeit im 3. Gang wurde auch nach Einsatz der Getriebeölpumpe nicht wesentlich besser, sodass wir zur Defektvorbeugung das Getriebe sicherheitshalber tauschten.

Samstag war es dann soweit. Der Renntag war gekommen, alle Aufgaben im Team waren verteilt und wir konnten gut vorbereitet die 24H in Angriff nehmen. Meine Tochter Antje hatte heute auch noch ihren ersten Geburtstag. Morgens schnell zu Hause gratulieren und dann ging es hoch zum Ring. Ein kleiner Geburtstagsgruß vom Papa als Aufkleber auf der Motorhaube war natürlich auch noch drin. Beim warten in der Box wurde auf den Monitoren des Veranstalter auf einmal blauer Himmel gezeigt, mein erster Gedanke…Fotomontage! Nein, die Wolken verzogen sich zur Startaufstellung und es kam wirklich die Sonne raus.

Robert fuhr den Startturn. Er machte mit dem Golf Runde für Runde Plätze gut. Nach wenigen Runden lagen wir bereits auf Platz 9 in der zweitstärksten SP3 Klasse. Nach 3 Runden die erste Schrecksekunde. Unser Golf in den „Best off“ Clips, die bei DSF bzw. jetzt „Sport1“ ständig wiederholt wurden. Robert kam Ausgangs Brünnchen aus der Kurve, über die Curbs, quer durchs Kiesbett, Auto kurz vor der Leitplanke abgefangen, durchs grün und kurz vor der Eiskurve wieder auf die Strecke.
Bei den weiteren Turns von Dominic und Peter hatten wir einem Reifenschaden und einen verlorenen Rippenriemen zu verbuchen.
22:15 Uhr dann die Horrormeldung, Maik hatte eine Kollision mit dem Manthey Porsche mit der Start Nummer1. Ausgerechnet das Siegerauto der letzten 4 Jahre … Ausfall für beide Autos…that`s Race. Maik war o.k., Lightning hat es jedoch schwer erwischt. Das Abschleppteam setzte sich sofort in Bewegung, um den Golf in die Box zu bringen. In der Hektik wurde vergessen den Wagenheber mitzunehmen. Dieser wurde dann kurzfristig durch hochmotivierte 24H Fans vom Pflanzgarten ersetzt. Die hoben unseren Golf mit vereinten Kräften zum Reifenwechsel vorne an, damit dieser verladen werden konnte.
Die Bergung dauerte für uns in der Box eine Ewigkeit. Endlich kam Lightning dann doch im Fahrerlager an, Krisensitzung und Schadenbegutachtung. Ein kapitaler Frontschaden und Motorschaden. Während einige wohl schon gedanklich die Koffer zur Heimreise gepackt hatten, war ein Teil des Teams schon unterwegs, den Motor aus unserem schwarz-orangenen RCN Golf auszubauen. Hey, wir fahren 24H Rennen … es ist erst vorbei wenn die Zielfahne geschwungen wird…bei uns wird bis zum Schluss gekämpft!
Das Team wurde in 2 Mechaniker Crews und ein paar „Zuarbeiter“ aufgeteilt. Jeder wusste, was zu tun war, der Motorwechsel lief perfekt. In 100 Minuten hatten wir aus 2 Gölfen einen konkurenzfähigen zusammengeschraubt. Der lief danach mit fast Serienmotor wie ein Uhrwerk. Das ganze Geschehen gewann immer mehr an Dynamik, die Rundenzeiten wurden immer besser, die Stimmung ebenfalls.
Boxenstopps nur noch zum Fahrer-, Reifenwechsel und Tanken. Wer sollte uns jetzt noch aufhalten? Der Audi R8, der uns kurz vor der Boxeneinfahrt rammte, sicherlich nicht …. Den Schaden reparierten wir auch noch. Damit alle 4 Fahrer auf ihre Kosten kamen, wechselten wir in 1 Stunden Abständen. In der Gesamt- und Klassenwertung hatten wir nicht mehr viel zu verlieren, für uns selbst waren wir aber alle Gewinner. Selbst im Manthey Interview wurde angemerkt, dass der Unfallbeteiligte Golf ja wieder fahren würde….Für uns eine tolle Bestätigung.
Den letzten Turn durfte Dominik fahren, alle warteten gespannt an der Boxenmauer, wo blieb der Golf denn bloß? Dodo genoss die Zielrunde. Als Lightning endlich am Horizont auftauchte, ein unbeschreibliches Gefühl aus Freude, Erleichterung und vor allem Bestätigung!

Wir hatten es geschafft … Platz 121 Gesamt, Platz 15 in unserer Klasse und in Wertung angekommen. Alle Strapazen waren vergessen. Wolfgang tauchte dann mit 3L Sektflaschen in der Box auf und wir konnten wohlverdient noch ein „Feierabendbier“ zusammen trinken.

Es war ein tolles unbeschreibliches Zusammenspiel von allen Akteuren. Viel Dank an Alle, die das ermöglicht und uns unterstützt haben!!!!

Wolfgang Schröder und sein Hard Speed Team: Heike, Britta, Olaf, Michi, Maik, Hansi, Tim, Klaus und weitere; die Fahrer: Robert Schröder, Maik Kraske, Peter Lührs, Dominik Liedtke; das Schrauber Team von Rama Racing: Rampel, Rumpel, Marco, Stichi ; mein Kumpel Steve (alles Rund um KMS Einspritzanlagen); Küppi (Christian) der Dallmayr Mann ...Gruss auch an den Chef, euer neuer Slogan: „Wer Dallmayr in der Box hat braucht keinen Tiger im Tank“…mit dem Golf in Hintergrund !?!; unsere Sponsoren & Partner: Castrol, Motec Wheels, H&R, Rio, Marius von Auto Geisen, Pico (wer kennt ihn nicht….) Profi Parts ( Adrian, Franz & Elmar), Michael von der Firma Gelhardt , Günther Pfeifer (Frästeile); Helfer beim Aufbau: Masi (Drehteile), Marcel (Schweißarbeiten), Michael Einig (Elektrik), Sven & Sven (Funk + TK), Markus, Daniel Geisen, Bernd, Peter Scheiberling, Rainer Schwall, Maik (Homepage), Christian Moskopp (Fotos) und last but not least die Jungs & Mädels von Hess-Esser Motorsport die mit im Einsatz am Ring waren: Jessi, Anke, Timo, unser Schröder, Mättes, Herbert, Volker, Daniel und ich

Sowie unsere Fans !!!
Nach dem Rennen ist vor dem Rennen … Wir werden also nächstes Jahr in ähnlicher Konstellation wieder am Start sein!
Die langfristige Planung läuft bereits.
Wer uns in irgendeiner Form begleiten möchte ist herzlich willkommen.
;-)) Gruss aus der Eifel
Frank Hess

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