Nürburgring/ Mayen. Das 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring verlangte dem Team Dupré-Motorsport rund um die Fahrer Jürgen Nett und Achim Nett vom AC Mayen sowie Christoph Dupré alles ab. Trotz zahlreicher Rückschläge bewies das Team im Audi S3 Kampfgeist, Zusammenhalt und großes fahrerisches Können.
Bereits am Dienstag reiste das Team an den Nürburgring an, um den Aufbau von Box, Equipment und Zelt vorzubereiten. Besonders erfreulich war dabei die gemeinsame Unterbringung mit dem Team von Max Verstappen. Zwischen beiden Teams herrschte erneut ein freundschaftliches und professionelles Verhältnis, nachdem die Zusammenarbeit bereits bei einem vorherigen Rennen hervorragend funktioniert hatte.
Doch schon vor dem eigentlichen Rennstart begann die erste Herausforderung: Bei der technischen Abnahme gab es Diskussionen um die eingesetzte Batterieanlage. Obwohl die eingebauten Batterien regelkonform waren und bereits seit drei Jahren problemlos verwendet wurden, beanstandeten die Technischen Kommissare die Anlage. Erst nach mehreren Gesprächen und Telefonaten mit dem DMSB konnte die Angelegenheit geklärt werden.
Auch sportlich blieb das Team nicht von Problemen verschont. Im ersten Zeittraining absolvierten alle drei Fahrer ihre vorgeschriebenen Pflichtrunden. Beim anschließenden Nachttraining bemerkte Christoph Dupré jedoch sofort starke Geräusche aus dem Heckbereich des Audi S3. Um größere Schäden zu vermeiden, verließ er die Strecke bei Breidscheid und ließ das Fahrzeug abschleppen. In der Box stellte sich heraus: Das Hinterachsdifferenzial war defekt. Für das Team bedeutete dies erneut eine lange Nacht in der Werkstatt.
Am nächsten Morgen absolvierte Christoph Dupré noch eine weitere Runde über die Nordschleife, womit das Team eigentlich sicher auf Gesamtstartplatz 111 stand. Doch am Abend folgte das nächste Drama: Jürgen Nett entdeckte in der Teilnehmerliste, dass das Fahrzeug disqualifiziert worden war. Der Grund: Angeblich seien die erforderlichen zwei Nordschleifenrunden im ersten Training nicht korrekt gefahren worden. Tatsächlich hatte Nett nach einer Runde einen kurzen Check an der Box vorgenommen und war anschließend wieder auf die Strecke gegangen – allerdings ohne die notwendige Kurz-Anbindung zu nutzen, um eine neue gezeitete Runde zu beginnen.
Da dieses Missverständnis rund 20 weiteren Teams passiert war, kam es zu intensiven Gesprächen mit der Rennleitung. Alle betroffenen Teams mussten eine Stellungnahme per E-Mail einreichen. Erst am Samstagvormittag um 11:54 Uhr erhielt das Team schließlich die offizielle Starterlaubnis. Allerdings musste der Audi S3 statt von Startplatz 111 nun von Position 145 aus das Rennen aufnehmen – nahezu vom Ende des Feldes.
Pünktlich um 15 Uhr begann schließlich das Abenteuer 24-Stunden-Rennen. Traditionell übernahm Jürgen Nett den Startstint und zeigte sofort eine starke Leistung. Bereits auf der Start-Ziel-Geraden machte er mehrere Positionen gut und konnte auf der Nordschleife den Klassenführenden einholen und überholen. Nach der ersten Runde betrug der Vorsprung bereits zehn Sekunden. Die Strategie ging auf: Ohne unnötiges Risiko baute das Team die Führung in der Klasse Runde für Runde kontinuierlich aus.
Beim ersten Boxenstopp folgte jedoch der nächste Rückschlag. Die vorgeschriebene Mindeststandzeit wurde beim Verlassen der Box um sechs Sekunden unterschritten, was eine Zeitstrafe von 30 Sekunden zur Folge hatte. Trotz dieser Strafe lag das Team nach rund vier Rennstunden bereits mit etwa fünf Minuten Vorsprung in der Klassenwertung in Führung.
Anschließend übernahmen zunächst Achim Nett und danach Christoph Dupré das Steuer. Doch plötzlich einsetzender Regen zwang das Team zu einem zusätzlichen Boxenstopp und dem Wechsel auf Regenreifen. Diese hielten allerdings nur zwei Runden, ehe erneut auf Intermediates gewechselt werden musste.
Dann folgte der entscheidende Rückschlag des Rennens: Im Bereich Wehrseifen erlitt Christoph Dupré plötzlich einen Reifenschaden vorne links. Der Audi schlug daraufhin vorne und hinten in die Leitplanken ein, wobei beide Achsen beschädigt wurden. Äußerlich waren an der Karosserie nach dem Einschlag überraschend wenig Schäden sichtbar. Der Reifenschaden wurde vermutlich durch ein aufgesammeltes Fahrzeugteil verursacht, das nach einem der zahlreichen Unfälle auf der Strecke auf der Fahrbahn lag.
Dupré schleppte das Fahrzeug noch bis Breidscheid und verließ dort die Strecke. Die Bergung gestaltete sich schwierig und dauerte insgesamt rund eine Stunde. Hinzu kamen weitere anderthalb Stunden Reparaturzeit in der Box.
Dank des hervorragenden Einsatzes der Mechaniker konnte der Audi S3 jedoch wieder instand gesetzt werden. Zu diesem Zeitpunkt hatte das Team allerdings bereits zwölf Runden verloren. Aufgeben war dennoch keine Option. Besonders in der Nacht zeigten Fahrer und Team ihre ganze Erfahrung und konnten teilweise bis zu eine Minute pro Runde auf die Konkurrenz gutmachen. Der Rückstand war am Ende jedoch zu groß, um den angepeilten Klassensieg noch zu erreichen.
Trotz aller Rückschläge erreichte das Team am Ende einen starken vierten Platz in der Klasse sowie Rang 94 im Gesamtklassement.
Dennoch zieht das Team Dupré ein positives Fazit: Der Zusammenhalt, die Leistungen der Fahrer und der enorme Einsatz der Mechaniker hätten einmal mehr gezeigt, dass auch künftig mit dem Team zu rechnen sei.
Der Blick richtet sich bereits nach vorn: Beim nächsten Nürburgring-Langstreckenrennen, der NLS6 „4h Eifel Trophy“ am 20.06.2026, soll erneut der Angriff auf den Klassensieg erfolgen. Für das 24h-Rennen auf dem Nürburgring hat das Team nach den Ereignissen nun natürlich noch eine Rechnung für 2027 offen.
Pressemitteilung Automobil-Club 1927 Mayen e.V. im ADAC
