Nürburgring. Nach drei Veranstaltungen ohne Wertungspunkte ist Michael Spengler vom Automobil-Club 1927 Mayen e.V. im ADAC eindrucksvoll in die Erfolgsspur zurückgekehrt. Bei den vergangenen beiden Veranstaltungen der Deutschen Historischen Motorradmeisterschaft zeigte der AC Mayener Motorradrennfahrer, dass sich die aufwendigen Reparatur- und Umbauarbeiten an seiner Maschine gelohnt haben.
Die vergangenen Wochen waren für Spengler zunächst von technischem Pech geprägt. Beim Großen Preis der Stadt Most vom 29. bis 31. Mai sorgte ein schwerer Motorschaden für das vorzeitige Aus. „In Most ist mir der Motor förmlich explodiert. Damit war die Veranstaltung für mich leider gelaufen“, blickt Spengler zurück.
Auch beim VFV Classic GP am Schleizer Dreieck vom 3. bis 5. Juli blieb ihm das Glück nicht hold. Bereits in der Einführungsrunde zum ersten Wertungslauf trat durch einen zu hohen Druck im Kühlsystem Wasser aus. Ein erneuter Motorschaden war die Folge. „Nach Most war das natürlich ein herber Rückschlag. Wir hatten gehofft, die Probleme in den Griff bekommen zu haben, aber leider hat es uns wieder erwischt“, so Spengler.
Beim VFV Classic GP in Colmar Berg/Luxemburg Ende Juli musste der Mayener schließlich komplett auf einen Start verzichten. Das Motorrad war zu diesem Zeitpunkt noch nicht vollständig repariert und notwendige technische Änderungen, die einen erneuten Motorschaden verhindern sollten, waren noch nicht umgesetzt.
Umso größer war die Freude beim Schottenring Historic GP am 15. und 16. August. Bei hochsommerlichen Temperaturen ging Spengler auf dem engen Stadtkurs gleich in zwei Klassen an den Start – und überzeugte in beiden.
In der Klasse E mit seinem Vorkriegsmotorrad aus dem Jahr 1931 fuhr Spengler im ersten Wertungslauf auf den vierten Platz. Im zweiten Lauf steigerte er sich auf Rang zwei und sicherte sich damit den 3. Gesamtplatz.
Noch erfolgreicher verlief das Wochenende in der Klasse A, in der Spengler mit einem Zweitakt-Supersport- und Rennmotorrad antrat. Nach einem Sieg im ersten Wertungslauf und einem zweiten Platz im zweiten Lauf stand am Ende der Gesamtsieg in der Klasse A.
„Nach den ganzen Rückschlägen war das natürlich eine riesige Erleichterung. Wir wussten, dass wir beim Motorrad einiges verändert hatten, aber ob alles hält, zeigt sich letztlich erst im Rennbetrieb. Dass es dann gleich für einen Klassensieg gereicht hat, war einfach klasse“, freut sich Spengler.
Nur eine Woche später stand mit dem „Kölner Kurs“ auf dem Nürburgring bereits die nächste Herausforderung auf dem Programm. Die Trainings am Samstag fanden bei typischem Eifelwetter statt. Das erste Training wurde komplett auf nasser Strecke gefahren, im zweiten Training begann es bereits nach der zweiten Runde erneut zu regnen.
Da für das eingesetzte 18-Zoll-Hinterrad keine passenden Regenreifen zur Verfügung standen, musste Spengler unter schwierigen Bedingungen Kompromisse eingehen. Das spiegelte sich schließlich auch in der Startaufstellung wider: Startplatz 16 von insgesamt 37 Teilnehmern.
Am Sonntag präsentierte sich der Nürburgring jedoch deutlich freundlicher. Die Strecke blieb trocken und damit waren die Voraussetzungen für die beiden Wertungsläufe wesentlich besser.
Bereits um 8 Uhr morgens stand der erste Wertungslauf auf dem Programm. Trotz des eher ungünstigen Startplatzes arbeitete sich Spengler im Rennverlauf nach vorne und überquerte die Ziellinie auf einem starken zweiten Platz.
Auch im zweiten Wertungslauf um 13 Uhr zeigte Spengler eine starke Leistung und beendete das Rennen auf Platz vier. In der Addition der beiden Läufe bedeutete dies erneut einen zweiten Gesamtplatz.
„Von Startplatz 16 aus noch auf das Podium zu fahren, war natürlich ein tolles Ergebnis. Gerade nach dem schwierigen Training am Samstag hätte ich damit nicht unbedingt gerechnet“, resümiert Spengler.
Nach den technischen Problemen der ersten Saisonhälfte ist damit die Wende geschafft. Sowohl die beiden Podiumsplätze am Schottenring als auch der zweite Gesamtplatz beim Kölner Kurs zeigen, dass Spengler wieder konkurrenzfähig ist.
„Die letzten Wochen haben uns einiges an Nerven, Zeit und Arbeit gekostet. Umso schöner ist es, dass sich die Mühe jetzt auszahlt. Das Motorrad läuft wieder zuverlässig und wir können uns endlich wieder auf das konzentrieren, worum es eigentlich geht: Motorradrennen zu fahren und Spaß dabei zu haben“, so Spengler abschließend.
Für den Fahrer des AC Mayen geht es damit mit neuem Selbstvertrauen in die nächsten Läufe der Deutschen Historischen Motorradmeisterschaft.
Pressemitteilung Automobil-Club 1927 Mayen e.V. im ADAC
Foto Nadine Michels
