Nürburgring. Für André Kunkel und sein Fahrerteam mit Christian Dannesberger und Heiko Hummel ging am vergangenen Wochenende eine erfolgreiche Saison in der Deutschen Historischen Langstreckenmeisterschaft (DHLM) über 1.000 Kilometer zu Ende. Das Team startete erneut unter der Bewerbung des Automobil-Club 1927 Mayen e.V. im ADAC und konnte sich am Ende der Meisterschaft den Vizemeistertitel sichern.
Das Rennwochenende auf der Nürburgring-Nordschleife bildete mit dem dritten und vierten Lauf den Abschluss der Meisterschaft. Eine Besonderheit war dabei das Rennformat: Die 1.000 Kilometer wurden auf zwei jeweils dreistündige Rennen am Samstag und Sonntag aufgeteilt.
Unterschiedlicher hätten die beiden Renntage kaum sein können. Während am Samstag bei schönstem sonnigem und trockenem Wetter nahezu perfekte Rennbedingungen herrschten, zeigte sich die Eifel am Sonntag von ihrer bekannten, rauen Seite. Regen, Kälte und eine teilweise extrem nasse Nordschleife machten den zweiten Lauf zu einer besonderen Herausforderung.
Vor dem Wochenende lag das Team mit André Kunkel auf dem dritten Rang der Meisterschaft. Mit Rolf Schall im Mercedes 190 E Evo II, Alexander Kolb im Porsche 964 sowie Björn und Georg Griesemann im Porsche Carrera RSRwarteten zudem starke Konkurrenten auf das Team.
Reifenschaden kostet am Samstag wertvolle Zeit
Im Qualifying zum dritten Lauf sicherte sich das Team Startplatz vier. Christian Dannesberger übernahm den ersten Stint und erwischte einen hervorragenden Start. Bereits in der Anfangsphase konnte er sich bis auf den zweiten Platz nach vorne arbeiten. In der zweiten Runde folgte jedoch der erste Rückschlag des Wochenendes: Ein Reifenschaden zwang Dannesberger zu einem ungeplanten Boxenstopp. Glücklicherweise ereignete sich der Schaden noch auf der Grand-Prix-Strecke. Dadurch konnte das Fahrzeug relativ schnell zurück an die Box gebracht und der Reifen gewechselt werden. Auf der langen Nordschleife hätte ein solcher Schaden weitaus größere Folgen gehabt, da das Fahrzeug möglicherweise über viele Kilometer bis zur Box hätte zurückgebracht werden müssen.
Der Boxenstopp warf das Team zunächst bis auf Platz 40 im Gesamtfeld zurück. Doch die Mannschaft gab sich nicht geschlagen und startete eine beeindruckende Aufholjagd. Mit konstant schnellen Runden konnte sich das Team Stück für Stück nach vorne arbeiten und beendete das dreistündige Rennen am Samstag schließlich noch auf dem sechsten Platz.
Sonntag: Die Eifel zeigt ihr schwieriges Gesicht
Am Sonntag waren die Voraussetzungen völlig andere. Aus dem sonnigen Samstag war über Nacht ein typisches Eifel-Wetter mit Regen und Kälte geworden. Die Nordschleife war nass und verlangte den Fahrern höchste Konzentration ab. Auch im zweiten Qualifying erreichte das Team Startplatz vier. Wieder übernahm Christian Dannesberger den ersten Stint – und zeigte im Regen eine außergewöhnlich starke Leistung. Mit hohem Tempo und sicherem Fahrstil arbeitete sich Dannesberger nach vorne und verschaffte seinem Team eine hervorragende Ausgangsposition. Nach fünf Runden übergab er den Porsche mit einem deutlichen Vorsprung an Heiko Hummel. Hummel setzte die starke Fahrt fort und übergab den Martini Porsche Carrera RSRanschließend auf dem zweiten Platz liegend an André Kunkel. Für Kunkel begann damit die schwierigste Phase des Rennens. Die Strecke trocknete zunehmend ab, während die montierten Regenreifen bereits stark beansprucht waren. Ein Wechsel auf Slick-Reifen hätte zwar Vorteile auf der trockener werdenden Strecke gebracht, gleichzeitig aber wertvolle Zeit gekostet. Die Entscheidung fiel deshalb zugunsten eines Weiterfahrens auf den vorhandenen Regenreifen. Mit zunehmender Abtrocknung der Strecke wurden die Reifen jedoch immer schwieriger zu kontrollieren. Die abgefahrenen Regenreifen überhitzten und boten auf der trockener werdenden Nordschleife immer weniger Grip. Für André Kunkel bedeutete das eine äußerst anspruchsvolle Schlussphase. Mit viel Erfahrung und großem fahrerischem Einsatz gelang es ihm jedoch, den Porsche sicher auf der Strecke zu halten und den zweiten Platz bis ins Ziel zu verteidigen. Nach drei Stunden überquerte Kunkel die Ziellinie auf Platz zwei – ohne Beschädigung und ohne Einschlag.
Vizemeistertitel für André Kunkel und sein Team
Mit diesem starken Ergebnis konnte das Team die Saison erfolgreich abschließen. Nach den beiden Läufen auf der Nürburgring-Nordschleife stand schließlich auch das Ergebnis der Gesamtmeisterschaft fest. Den Meistertitel sicherte sich Rolf Schall mit 282 Punkten. Auf dem zweiten Platz der Gesamtmeisterschaft landeten André Kunkel und Heiko Hummel mit 264 Punkten und sicherten sich damit den Vizemeistertitel. Auf Platz drei folgte Alexander Kolb mit 253 Punkten. Den vierten Rang belegten Björn und Georg Griesemann mit 224 Punkten. Damit findet eine spannende DHLM-Saison für André Kunkel und sein Team einen erfolgreichen Abschluss. Das Finale auf der Nürburgring-Nordschleife zeigte noch einmal die ganze Bandbreite des historischen Langstreckensports: von sommerlichen Bedingungen und einer starken Aufholjagd am Samstag bis hin zu Regen, Kälte und einer anspruchsvollen Reifenstrategie am Sonntag.
André Kunkel: „Es war ein sehr intensives und erfolgreiches Rennwochenende. Gerade der Sonntag hat uns bei den schwierigen Wetter- und Reifenbedingungen noch einmal alles abverlangt. Christian hat im Regen einen unglaublichen ersten Stint gefahren, Heiko hat anschließend eine hervorragende Leistung gezeigt und mir das Auto auf Platz zwei übergeben. In der Schlussphase ging es dann vor allem darum, den Porsche mit den abgefahrenen Regenreifen sicher ins Ziel zu bringen. Dass uns das gelungen ist und wir damit auch den Vizemeistertitel in der DHLM sichern konnten, freut uns natürlich sehr.“
„Mein besonderer Dank gilt Christian Dannesberger und Heiko Hummel für die starke Zusammenarbeit und natürlich dem gesamten Team. Ganz besonders bedanken möchte ich mich bei Pütz Motorsport für die hervorragende Arbeit. Das Team hat unseren Martini Porsche Carrera RSR wieder optimal vorbereitet und uns auch an der Rennstrecke jederzeit professionell betreut. Ohne diese zuverlässige und engagierte Arbeit im Hintergrund wären solche Ergebnisse nicht möglich. Ebenso gilt mein Dank dem AC Mayen unter dessen Bewerbung wir auch in diesem Jahr an den Start gehen durften. Glückwunsch geht an Rolf Schall zum Gewinn der DHLM-Meisterschaftsowie an Björn und Georg Griesemann für ihre starken Leistungen am Nürburgring.“
Pressemitteilung Automobil-Club 1927 Mayen e.V. im ADAC
Foto: Speed Graphica
