Nach den Rückschlägen der vergangenen Rennen hat das Karma endlich zurückgeschlagen: Beim 6-Stunden-Rennen der Nürburgring Langstrecken-Serie (NLS) feierte der Audi S3 von Dupré Motorsport einen beeindruckenden Klassensieg. Die Fahrerpaarung Jürgen Nett, Achim Nett und Christoph Dupré setzte sich mit einer Runde Vorsprung auf den zweitplatzierten Konkurrenten durch und belohnte sich für eine starke Teamleistung. Jürgen und Achim Nett gingen dabei erneut unter der Bewerbung ihres Heimatclubs AC Mayen an den Start.
Dabei begann das Rennwochenende alles andere als entspannt. Nach den erheblichen Beschädigungen aus dem vorherigen Rennen standen am Freitag zunächst umfangreiche Testfahrten auf dem Programm. Im Mittelpunkt standen zahlreiche Änderungen an der thermischen Kühlung, nachdem diese zuletzt erhebliche Probleme bereitet hatte. Die Maßnahmen zeigten Wirkung: Die Kühlprobleme konnten beseitigt werden und gleichzeitig gewann der Audi S3 deutlich an Performance. Zusätzlich arbeitete das Team intensiv an der Fahrwerksabstimmung und entschied sich aufgrund der Wetterprognose bewusst für eine kompromisslose Trockenabstimmung – eine Entscheidung, die sich später als goldrichtig herausstellen sollte.
Bereits im Zeittraining zeigte sich das Potenzial des Audi S3. Mit einer Rundenzeit von 9:22 Minuten belegte das Team den dritten Startplatz in der Klasse. Zwar setzte die Konkurrenz mit Zeiten von 9:16 und 9:17 Minuten ein deutliches Ausrufezeichen und machte klar, dass sie keineswegs zu unterschätzen war, dennoch zeigte sich das Team mit der Ausgangsposition zufrieden. Schließlich lag der Fokus ohnehin auf einem konstanten und fehlerfreien 6-Stunden-Rennen.
Den Start übernahm traditionell Jürgen Nett, gefolgt von seinem Bruder Achim Nettund anschließend Christoph Dupré. Jürgen Nett erwischte erneut einen hervorragenden Start und konnte dem führenden Cupra zunächst zwei Runden lang folgen, ehe er ihn überholte und sich langsam absetzen konnte. Bereits in dieser frühen Phase zeigte sich, dass die überarbeitete Fahrwerksabstimmung perfekt funktionierte.
Doch der erste Stint sollte alles andere als ruhig verlaufen. Im Bereich Breidscheid wurde Jürgen Nett plötzlich Opfer einer Kollision. Ein Porsche aus einer schnelleren Klasse verbremste sich und prallte dem Audi heftig hinten links ins Rad. Der Audi S3 drehte sich um 180 Grad und blieb zunächst entgegen der Fahrtrichtung stehen – eine äußerst gefährliche Situation auf der Nordschleife. Dank der schnellen Reaktion der Streckenmarschalls konnten die nachfolgenden Fahrzeuge rechtzeitig gewarnt werden. Jürgen Nett setzte das Fahrzeug wieder in Bewegung und stellte fest, dass sich zwar die Spur verstellt hatte, Reifen und Felge aber glücklicherweise unbeschädigt geblieben waren. Trotz eines Rückstands von rund 15 Sekunden entschied er sich gegen einen zusätzlichen Boxenstopp.
Als wäre das nicht genug gewesen, folgte wenig später bereits der nächste Schreckmoment. Im Bereich Hatzenbach traf ein weiterer Porsche den Audi vorne rechts am Rad. Erneut wurde die Spur leicht verstellt – und erneut blieb das Fahrzeug fahrbereit. Trotz der beiden heftigen Kontakte fühlte sich der Audi weiterhin sehr gut an. Jürgen Nett kämpfte sich eindrucksvoll zurück, machte den gesamten Rückstand wieder wett und überholte den führenden Cupra noch auf der Döttinger Höhe. Damit übernahm Dupré Motorsport erneut die Führung in der Klasse. Beim anschließenden Fahrerwechsel informierte Jürgen Nett das Team vorsorglich über Funk, alle vier Räder zu wechseln. Der dadurch etwas längere Boxenstopp führte dazu, dass Achim Nettden Audi zunächst wieder auf Rang zwei übernahm.
Dann schlug das Karma endgültig zurück. Bereits nach zwei Runden meldete Achim Nett über Funk, dass der bis dahin führende Cupra mit einem technischen Defekt ausgefallen war. Plötzlich lag der Audi S3 wieder an der Spitze der Klasse. Von diesem Moment an setzte das Team auf maximale Sicherheit. Über die verbleibenden vier Rennstunden wurde das Tempo kontrolliert, ohne unnötige Risiken einzugehen. Dennoch wuchs der Vorsprung Runde für Runde weiter an. Kurz vor Rennende gelang sogar noch die Überrundung des zweitplatzierten Fahrzeugs. Mit einer Runde Vorsprung überquerte schließlich der Dupré Audi S3 die Ziellinie und machte den hochverdienten Klassensieg perfekt.
Nach den zahlreichen Rückschlägen der vergangenen Veranstaltungen war dieser Erfolg für das gesamte Team eine besondere Genugtuung. Dass der Sieg nach den turbulenten Ereignissen im ersten Stint überhaupt noch möglich war, schien zwischenzeitlich kaum vorstellbar. Umso größer war die Freude über den ersten Platz und die starke Mannschaftsleistung. Für Jürgen Nett war es gleichzeitig bereits der 98. Klassensieg seiner beeindruckenden Karriere. Bei noch drei ausstehenden NLS-Rennen besteht somit die realistische Chance, bereits in dieser Saison den historischen 100. Klassensieg zu feiern. Sollte dies nicht gelingen, würde sich im kommenden Jahr eine besondere Gelegenheit bieten: 2027 feiert der AC Mayen sein 100-jähriges Vereinsjubiläum – ein würdiger Rahmen für einen möglichen Meilenstein in der Karriere des langjährigen Vereinsfahrers.
Ein weiterer schöner Moment wartete nach Rennende auf das Team. Erstmals seit längerer Zeit wurden die Klassensieger wieder auf dem Siegerpodium mit Siegerkranz, Pokal und Sekt geehrt – ein würdiger Abschluss eines Rennens, das Mannschaft und Fahrer nach den schwierigen Wochen besonders genossen.
Mit diesem Erfolg ist Dupré Motorsport gemeinsam mit Jürgen und Achim Nett wieder voll im Rennen um die Klassenmeisterschaft. In den drei verbleibenden Saisonläufen will das Team alles daran setzen, den erfolgreichen Weg fortzusetzen und die Saison mit einem weiteren sportlichen Höhepunkt abzuschließen.
Pressemitteilung Automobil-Club 1927 Mayen e.V. im ADAC
